Mein züchterisches Leben
                   

                                                          Rainer Raulf

Ich bin mit Tieren und Tauben auf dem elterlichen Hof aufgewachsen und seither begleitet mich das "liebe Federvieh" in den verschiedensten Arten (Hühner,  Enten, Gänse, Tauben) und Rassen.

Mein Vater selbst hatte bereits in seiner frühester Jugend Tauben und ist auch heute, mit über 80 Jahren, noch Rassegeflügelzüchter. Da konnte es auch nicht anders sein, als das der Sohn sich ebenfalls früh mit diesem Hobby beschäftigt und Gefallen daran findet. 

Im Sommer 1967 beschloss der Heimatverein meines Vaters, der RGZ Verein Hedersleben, eine Jugendgruppe zu gründen, bei der ich dann auch gleich Mitglied wurde. Der nächste konsequente Schritt war dann natürlich, dass für mich eigene Tauben angeschafft werden mussten. 

Praktischerweise fiel mein 10. Geburtstag mit der Lipsia zusammen und ich bekam meine ersten eigenen Tauben -1 Paar blaue Modeneser Gazzi. 

Zunächst kamen diese mit auf den Schlag meines Vaters der seit jeher Thüringer Kröpfer züchtet. 

Diese gemeinsame Haltung ging jedoch nicht lange gut, da die Modeneser den Kröpfern gegenüber viel zu lebhaft und aufbrausend sind und mit ihrem Verhalten die Zucht meines Vaters durcheinanderwirbelten.

Ich fing also an, in eigener Regie auf einem leerstehenden Kornboden mir einen Taubenschlag für meine blauen Modeneser Gazzi zu bauen. Wie es der Zufall will, flogen mir in dieser Zeit auch noch ein Paar schwarze Gazzi zu und es begannen meine ersten Zuchtversuche mit diesen beiden Farbenschlägen. 

Leider ließ der Erfolg mit den Modenesern auf sich warten, da es sehr schwierig war, gutes Zuchtmaterial, hauptsächlich im schwarzen Farbschlag, zu bekommen. Mir als Jungzüchter machte es keinen Spaß mehr, da die Erfolge ausblieben.

Anfang der 70er Jahre kaufte sich mein Vater zwei Paar schwarze Englische Zwerg-Kröpfer, die mich gleich in ihren Bann zogen. Ich ließ die Modeneserzucht fallen und übernahm die Engländer. 

Es kamen dann noch rote, gelbe und gelbfahle hinzu, was natürlich jede Vergrößerung des Schlags rechtfertigte. Auch die ersten Zuchterfolge mit den Englischen Zwerg- Kröpfern waren auf der Kropftaubenschau in Leipzig zu verbuchen und auf der Schau in Erfurt waren meine Kropftauben erstmals richtig erfolgreich. 

Dann in den achtziger Jahren sollten die Engländer schmaler im Rücken werden und enger in den Beinen, sie hörten auf selber zu brüten und man brauchte Ammentauben. Damit war für mich das Ende der Engländerzucht leider besiegelt, da ich diese Zuchtvorgaben nicht ruhigen Gewissens umsetzen wollte. 

In einer Geflügelzeitung sah ich 1985 Abbildungen von Huhnschecken und diese gefielen mir als Rasse recht gut. Ich ließ mir, auf eine Annonce hin, ein Paar schwarze Huhnschecken schicken und begann die bis heute noch andauernde Zucht mit dieser Rasse.

Wie die Zucht der Modenas begann, habe ich in einem anderen Artikel ( „Modena im Freiflug“ vom 22.5.2015 auf dieser Internetseite ) beschrieben und gehe deshalb hier nicht noch einmal darauf ein.

Seit 1995 bin ich Mitglied im RGZ-Verein Badeborn, seit 2010 auch Mitglied im Leipziger-RGZ und seit dem Jahr 2014 bin ich Mitglied im Modena Club  - Nord, wo ich mich ebenfalls gut aufgehoben fühle. 

Ich schätze an diesem Verein vor allem die Vielzahl der Züchter mit schwarzen Gazzi, da diese geballte Kompetenz neben einem großen Forum zur Kommunikation über die Rasse auch eine gesunde Konkurrenz bildet, die schließlich unser Hobby belebt und mit ausmacht.

Rainer Raulf im Juli 2015

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