Bericht Spazier Trichomonaden

Kropf voll – Jungtaube tot


Viele Züchter beklagen aktuell die Situation, dass Jungtauben mit 5 bis 7 Lebenstagen bei vollem Kropf – ver-meintlich gut genährt – plötzlich tot im Nest liegen.


Nachfröste können wir vermutlich ausschließen, wenn 2 Jungtauben im Nest liegen. Auch wenn die Täubchen nicht von ihrer Mutter nachts gewärmt werden. 2 Jungtauben drehen sich die ganze Nacht und halten sich so auch gegenseitig warm. Nur einem Jungtier im Nest kann ein Nachtfrost gefährlich werden, wenn die Mutter nicht artgerecht wärmt. Alttiere, die ihre Brut nicht „aufopfernd“ pflegen sollten wir Züchter „ausmendeln“ und auch nicht an Zuchtfreunde abgeben. Bei allem Streben nach dem idealen Typ unserer wundervollen Taubenrasse haben wir es „auch in der Hand“ die Taubenhaftigkeit unserer Modena zu pflegen und zu erhalten. Diese Verant-wortung hat jeder von uns.


Aber zurück zum Thema (Kropf voll – Jungtaube tot).


Der „Gelbe Knopf“ (Trichomoniasis) lässt sich durch gelbe „käsige“ Ablagerungen, die leider etwas stinken, vornehmlich im Hals- Schnabelbereich bei Jungtauben (in einem frühen Stadium) leicht erkennen und gut behan-deln. Mit einem Zahnstocher (z.B.) kann man die Ablagerungen teils entfernen. Die Verabreichung von geeigne-ten handelsüblichen Tabletten ergänzt die Behandlung und die Täubchen werden so wieder gesund. Genesene Tauben können aber im folgenden Zuchtjahr den Erreger dennoch weiter geben an ihre Nachzucht.


Leider gibt es bei dieser Erkrankung aber auch die „heimtückische“ Nabelform. Im Bereich des Schnabels zeigt sich oft nichts (oder kaum etwas) was sonderlich auffallen könnte. Doch entzündet sich der Nabel im Körper (zunächst von außen nicht erkennbar). Nach nur wenigen Tagen kann man fühlen, dass sich um den Nabel et-was verfestigt hat was eigentlich weich sein sollte. Schnell zeigt sich auch, durch die dünne Haut der Babys, dann ein „gelblicher“ Kranz. Sind die Symptome so, dann ist es schon zu späht.


Mit vollem Kropf liegen die Jungtauben, noch nicht befiedert, vermeintlich „plötzlich“ tot im Nest. In Beständen, die so „Probleme“ haben, empfiehlt es sich (nach der ersten Eiablage der Paare) mit einem geeigneten handels-üblichem Medikament eine Behandlung der Alttauben vorbeugend durch zu führen, weil der Krankheitserreger schon beim Anfüttern durch die Eltern (mit der Kropfmilch) an die Jungen übertragen wird. Im Regelfall zeigen die Alttauben selbst keine Krankheitsanzeichen. Deshalb ist diese Erkrankung so tückisch.


Wenn beide hier beschriebenen Szenarien nicht lokal bei einem Züchter zutreffen, dann können auch Salmonel-len eine Rolle spielen, wie beim Geflügel immer vorhanden. Das ist bekannt. Bei so belasteten Beständen stirbt schon manches Küken vor dem Schlupf im Ei ab. Wenn wir im Supermarkt Geflügel kaufen wird immer darauf hingewiesen das Fleisch durch zu garen. In der Taubenzucht sollte auch „Auslese“ ein nachhaltiges Thema sein. Warum …. um Resistenzen zu schaffen …. und das geht auch!


Ich wünsche allen Zuchtfreunden/innen und Lesern ein gutes Zuchtjahr 2020!


Friolzheim , 25.04.2020


Bernd Spazier

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Veröffentlichung

Sa, 25. April 2020

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